Coded Arms: Contagion

Wie ein Akkuschraubenzieher zerlegt die Ego-Shooter-Welle jede Konsole in seine Einzelteile. Es fällt einem schwer zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, denn jeder Ego-Shooter folgt dem gleichen Prinzip. Nun hat diese Flut auch die PSP erreicht, und zwar mit einem neuen "Coded Arms"-Teil. Ego-Shooter und PSP? Man lese weiter...

Imagine...
Stellt euch vor, eure PSP hätte einen zweiten präzisen Analogstick. Stellt euch vor, eure PSP hat ein größeres Display. Stellt euch vor, eure PSP hat weitere Schultertasten. An dieser Stelle halten wir, um nicht gleich das Konzept einer neuen PSP zu entwerfen, sondern konzentrieren uns auf die Dinge, die nötig gewesen wären, um "Coded Arms: Contagion" spielbar zu machen. Die meisten Ego-Shooter für die PSP verwenden nämlich den Analog-Stick für Bewegung und die Aktionstasten zum Zielen. Manche können mit so etwas seit dem N64 umgehen, aber hier fehlt merklich ein zweiter Analogstick. Das Zielen wird durch diese Steuerung erschwert und ist nicht gerade präzise. Dafür fällt positiv auf, dass die Entwickler mehrere Steuerungsschemen integriert haben und sich die Mühe gemacht haben, möglichst viele Spieler zufrieden zu stellen.

Give me Pixel!
Der zweite wichtige Punkt bei PSP-Spielen ist immer die Grafik. Entweder sie ist für PSP-Verhältnisse genial und scharf, oder sie ist schlimmer als PSX-Titel. Die PSP kann beeindruckend viele Sachen darstellen, aber bei "Coded Arms: Contagion" sieht es eher mittelmäßig aus. Äußerst triste und fade Texturen, Pixel über Pixel und Ähnlichkeiten mit "Quake I". Alle Levels sehen gleich aus, nur die Waffen sind einigermaßen gut animiert. Dazu untermalen die immerzu gleichen Sounds das Spielgeschehen und machen aus einem dreidimensionalen Shooter ein zwei- bis eindimensionales Erlebnis.

Game = Play
Über den Punkt Gameplay kann man hier leider nicht viele Worte verlieren, denn das Spiel erklärt sich von selbst und hat keine aufregende Story oder großartige Wendungen. Man folgt von einem Ende des Levels zum anderen, tötet Gegner und sammelt Sachen auf. Um den Spieler bei der Stange zu halten, haben sich die Entwickler ein Upgrade-System einfallen lassen. Man kann durch gewonnene Upgrade-Punkte bei jeder seiner Waffen das Magazin vergrößern, den Schaden erhöhen und andere Verbesserungen vornehmen. Ab und an muss man hacken, was mit einem Zahlenspiel zu vergleichen ist. Unter Zeitdruck gleiche Zahlen drücken. Was ich als äußerst nervig empfunden habe, sind die Schießereien. Man schießt Ewigkeiten auf seine Gegner äußerst unspektakulär um diese auszuschalten. Damit man besser trifft, kann man seine Gegner mit der Lock-On-Funktion markieren.

Onlinehype
"Coded Arms: Contagion" folgt dem neuen Onlinehype der PSP. Über einen Access Point bzw. bestehende WLAN-Internetverbindung kann man sich in die Lobby einloggen und gegen bis zu acht Spieler in virtuellen Arenen antreten. Über den Infrastructure-Modus mit Freunden hat sich das Spiel als äußerst lustig erwiesen, ideal um einige Stunden oder kurze Pausen zu überbrücken. Das Spiel eignet sich als Multiplayershooter direkt besser im Vergleich zum Singleplayer-Bereich.

Fazit
13 Levels Singleplayeraction mit herzlich wenig Abwechslung, tollen Cutscenes und Waffenupgrades können gefallen, garantieren aber für nichts. "Coded Arms: Contagion" gefällt sicher nicht jedem Ego-Shooter-Fan aufgrund des Sci-Fi-Szenarios und der Umsetzung mit dem Lock-On-System. Es gibt bessere FPS-Titel für die PSP, aber für Multiplayer-Partien ist es ganz gut.

Freigegeben ab 16 Jahren
Empfohlener Preis: € 39,95
Erhältlich ab: 12. März 2008
Erschienen über: Konami
 
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